Geocaching – Cap Blanc und Cala Pi
Motivation
Der gestrige Tag war sehr anstrengend. Zunächst die Wanderung, aber auch die lange Autofahrt haben an meinen Kräften gezehrt. Der heutige Tag sollte ruhiger werden und ich wollte auch einmal das Mittagessen in meinem All-inclusive-Hotel genießen.
Mallorca hat viele Gesichter. Einerseits gibt es den Ballermann, andererseits gibt es Steilküsten, die aussehen, als hätte jemand vergessen, die Insel fertigzustellen. Das Cap Blanc im Süden gehört zur zweiten Kategorie – und genau deshalb wollte ich dorthin.
Auf der Karte sieht die Fahrt harmlos aus: Einfach die MA-6014 Richtung Südosten fahren und etwa 15 Kilometer südlich von S'Arenal abbiegen. Dass man am Ende auf einer Felszunge steht, die 95 Meter senkrecht ins Mittelmeer fällt, steht allerdings auf keinem Schild. Es gibt auch nur wenige Parkmöglichkeiten. Danach geht es zu Fuß weiter.

Was wollte ich dort ?
Der Plan war simpel: Erst ein Geocache in der Nähe des Leuchtturms, dann weiter zur Cala Pi. Auf dem Weg zum Leuchtturm habe ich den ersten Geocache heute gefunden.

Der Leuchtturm selbst ist seit 1863 in Betrieb und heute noch funktionsfähig, allerdings kommt man nicht heran, da das Gelände eingezäunt ist.
Der Cache führte mich zu dem, wofür das Cap Blanc unter Geocachern bekannt ist: ein verlassener Feuerleitstand aus dem Zweiten Weltkrieg.
Ursprünglich zur Steuerung von 30,5-cm-Geschützen gebaut, steckt das Ding nun mit einem rund 70 Meter langen unterirdischen Tunnel im Fels. „Lost Place” trifft auf Militärgeschichte – das übertraf meine Erwartungen.

Allein der Blick vom Feuerleitstand aufs Meer rechtfertigte die Anfahrt. Das azurblaue Mittelmeer ließ mich kurz vergessen, dass ich eigentlich nach einer kleinen Plastikdose suchte. Den Cache habe ich gefunden. Ich sage nichts weiter darüber, aber dank des Spoiler-Fotos konnte ich ihn schnell entdecken. Die restliche Zeit habe ich dort mit der Insta360 ein paar Videoaufnahmen gedreht.
Auch die Steilküste ist sehr beeindruckend. Zum Glück habe ich keine Höhenangst und traue mich meistens sehr nah an den Rand.

Weiter zur Cala Pi
Von Cap Blanc aus sind es nur ein paar Kilometer bis zur Cala Pi. Wer glaubt, das sei der entspannte Teil des Tages, hat die 147 Stufen noch nicht gesehen.
Die Cala Pi ist eine typische Instagram-Bucht.

Ein schmaler Fjord schneidet sich etwa 420 Meter ins Landesinnere und wird von bis zu 30 Meter hohen Steilwänden flankiert. Das Wasser ist unten türkis und glasklar, der Sand fein und der Einstieg ins Meer ist für Familien mit Kindern und für Menschen, die nach 147 Stufen einfach nur noch ins Wasser wollen, sanft genug.
Vom Wasser aus sieht man das offene Meer übrigens nicht, denn die Bucht krümmt sich so, dass man das Gefühl bekommt, in einem privaten Naturbecken zu schwimmen.
Übrigens ist mir aufgefallen, dass immer mehr Amerikaner nach Mallorca kommen. Es gibt auch einen Direktflug von New York nach Mallorca, der nur acht Stunden dauert.